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Auszug aus dem Artikel von Regula und Günter Weissflog zum Thema Diskus-Ernährung DISKUS BRIEF – 17. Jahrgang – 4/2002
Fortschritt in der Ernährung des Diskus
Dass das Kapitel „Ernährung“, sowohl für uns Menschen als auch für Tiere, trotz gewaltigen Einsatzes von Wissenschaftlern, der Industrie und fast grenzenloser finanzieller Mittel ein nie abgeschlossenes Forschungsgebiet darstellt, wissen wir zu Genüge. Nur in der Aquaristik tut sich auf diesem Gebiet nichts Bahnbrechendes. Natürlich gibt es von vielen Anbietern eine Unzahl von Futtermitteln für Zierfische und auch speziell für den Diskus, auch der eigenen Fantasie ist bei der Selbstherstellung von Fischfutter keine Grenze gesetzt. Sieht man aber die industriellen Produkte etwas genauer an, stellt man fest, dass sie sich eigentlich nur unwesentlich voneinander unterscheiden. Die beiden Autoren des nachfolgenden Artikels haben mit Hilfe von Fachleuten -bezeichnenderweise nicht aus der „Diskus-Szene“ stammend- festgestellt, dass nach Medikamentenbehandlungen, vor allen aber nach Formalinbädern, der Verdauungstrakt der Diskusfische so nachhaltig geschädigt ist, dass sie sehr lange zur Erholung brauchen und in dieser Phase auch wenig robust gegenüber etwaigen nachteiligen Milieuänderungen und/oder pathogenen Erregern im Aquarium sind. Die Autoren haben nach einer langen Phase des Ausprobierens und Prüfens eine Fütterungsmöglichkeit gefunden, die vielleicht ein Durchbruch auf dem Gebiet der Ernährung von Diskusfischen sein könnte. ( Horst. W. Koehler )
Der Durchbruch
Das war unser Schlüsselgedanke. Kommt er Ihnen vielleicht nicht irgendwie bekannt vor? Liegt nicht der augenblickliche Trend im Zusammenhang mit gesunder Ernährung auf Schlagwörtern wie links gedrehte Bakterien, Enzyme oder LCI? Viele Produkte, wie Joghurt oder Milchshake, werden heute mit diesen und anderen Zusatzstoffen angereichert. Wir diskutierten diesen Fragenkomplex mit verschiedenen Medizinern und Tierärzten und erfuhren dabei, dass es mittlerweile ganz selbstverständlich ist, bei Menschen nach einer abgeschlossenen Antibiotika-Behandlung Bakterien in den Darm einzubringen, damit sich die Verdauung möglichst rasch wieder stabilisiert. So kamen wir auf die Idee, Bakterien und Enzyme in das Diskusfutter einzubauen. Natürlich kann die Lösung nicht die sein, einfach nur Joghurt ins Aquarium zu kippen. Vielmehr suchten wir nach Bakterienkulturen und Enzymen, wie sie auch im Lebendfutter unserer Fische zu finden sind. Ballaststoffe wie z.B. die Chitinpanzer von Wasserflöhen ergänzen wir durch natürliche Getreideprodukte, wobei wir die durch das Einfrieren verloren gegangen Vitamine durch ausgewogene Vitaminmischungen ergänzen. Verschiedenste Versuche haben gezeigt, dass Flagellaten bei einer derartigen Ernährung kaum Überlebenschancen besitzen, und dass das Futter zum größten Teil für das Wachstum genutzt wird. Die Folge sind sehr schnell wachsende und rund werdende Fische. Das Immunsystem wird erheblich gestärkt. Natürlich haben unsere Fische nach wie vor Kiemenwürmer und Flagellaten, aber in unbedenklicher Zahl- warum auch nicht? – doch unsere immunstarken Tiere kontrollieren diesen Befall mühelos. Und so sieht unser derzeitiger Futterplan aus, wobei wir nach Möglichkeiten öfters am Tag füttern, dafür aber nur in kleinen Mengen, die innerhalb von längstens fünf Minuten gefressen werden. Unser Futter besteht aus Artemien, ca. 70% Rinderherz, Diskus-Granulat, roten Mückenlarven usw. Einmal täglich, also nicht etwa jedes Mal, lösen wir Enzyme, Bakterien und Vitamine in Wasser auf und geben Granulat dazu. Dieses saugt die Lösung rasch auf und nach etwa fünf Minuten kann das getränkte Granulat verfüttert werden. Auf diese Weise bringen wir die Vitamin-Enzym-Bakterienmischung direkt in den Fischmagen und – Darm und versorgen so unsere Fische mit lebenswichtigen und verdauungsfördernden Elementen. Calcium, Magnesium und einige Spurenelemente in gelöster Form stehen dann ständig zur Verfügung. Der große Nachteil unserer Mischung liegt darin, dass man das vorbereitete Futter noch am gleichen Tag verbrauchen muss. Ein Einfrieren dieser Präparate ist nämlich nicht möglich, weil dadurch die lebenden Bakterien absterben würden. Auch tut man sich schwer, aufgetaute Mückenlarven mit dem Gemisch anzureichern. Natürlich lohnt sich die Selbstherstellung von derartigen energiereichen Zusatzmischungen, die aus deutlich mehr als einem Dutzend Einzelsubstanzen besteht, nur bei großen Diskus-Anlagen. Doch alternativ ist auch die Verwendung von käuflichen Vitamin/ Enzym-Mischungen möglich.
Das Resultat
Seit wir unsere Diskusfische wie eben beschrieben füttern, brauchen wir in unserer 2000-Liter-Anlage keine Medikamente mehr. Das Wachstum der Fische ist außerdem nicht mit früher zu vergleichen: nach bereits 10 Monaten haben wir 16 bis 17 cm große Tiere! Viel mehr Fische als früher erreichen die ideale Verkaufsgröße: früher war es ungefähr nur etwa die Hälfte eines Schwarmes, heute sind es 95%. Ein sehr großer Vorteil besteht außerdem darin, dass bei einer besseren, d. h. vollständigeren Verdauung wesentlich weniger Kot entsteht. Der Filter arbeitet somit besser, die Standzeit erhöht sich und es ist entsprechend weniger Filterwatte zu spülen. Die Wasserqualität ist noch besser geworden, da die Fische weniger unverdaute Futterbestandteile ausscheiden, die zwangsläufig das Wasser stark belasten und zu einem starken Nitritanstieg führen würden. Wir sind über dieses Ergebnis sehr froh. Wir haben jetzt weniger Arbeitsstress und noch weniger„ Medikamentenfrust“ und stattdessen endlich mal wieder Zeit, unsere Fische zu beobachten und neue Paare zusammenzusetzen. Nichts ist schöner als von einem Sessel aus bei einem Gläschen Wein die quirligen Jungfische zu genießen, die dicht an der Frontscheibe gedrängt nach neuem Futter betteln. So macht uns das Diskus-Hobby wieder richtig Spaß.
Was sind Enzyme?
Enzyme ( Ferment ) sind hochmolekulare Eiweißverbindungen und Bestandteile der Verdauungssäfte von Mensch und Tier. Sie spalten Fette, Eiweiße und Stärke und dienen damit der Unterstützung des Verdauungsvorganges. Sie steuern darüber hinaus viele weitere Lebensvorgänge - unter anderem sind sie zumindest indirekt mitverantwortlich für die Abtötung von (schädlichen ) Bakterien im Nahrungsbrei und damit zur Verhinderung von Infektionskrankheiten – und spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Immunsystems ( körpereigene Abwehr ).
Enzyme sind Stoffe wie z.B. Ptyalin, Pepsin, Erepsin oder Lipase.
Ist die Produktion von Enzymen gestört, wie es z.B. nach einer Medikamentenbehandlung von Diskusfischen der Fall sein kann kommt es zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen und eventuell sogar zu chronischen Erkrankungen.
Horst-W-Koehler
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Inhaltsstoffe der Schweizer Mischung
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Inhaltstoffe
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Gehalte pro Kilogramm
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Vitamin D3
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50 000 iE
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Vitamin E
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200 iE
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Vitamin B1
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500 mg
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Vitamin B2
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250 mg
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Vitamin B6
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130 mg
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Folsäure
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15 mg
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Vitamin B12
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1000 mcg
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Calciumpantothenat
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350 mg
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Vitamin C
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1000 mg
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Vitamin K3
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100 mg
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Nikotinsäure
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500 mg
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Eisen
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500 mg
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Zink
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500 mg
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Mangan
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800 mg
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Kobalt
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5 mg
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Jod
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10 mg
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Selen
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10 mg
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Magnesium
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20 g
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Natrium
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50 g
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Milchsäurebildende Bakterien
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4.Mrd. KbE
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